Am 9. Oktober 2026 fand in Almaty der 28. Tag der Deutschen Wirtschaft in Kasachstan statt – eine der wichtigsten jährlichen Plattformen zur Förderung der deutsch-kasachischen Wirtschaftsbeziehungen. Organisiert wurde die Konferenz vom Verband der Deutschen Wirtschaft in der Republik Kasachstan (VDW) gemeinsam mit der Delegation der Deutschen Wirtschaft für Zentralasien (AHK Zentralasien).
Die Veranstaltung brachte mehr als 300 Vertreter aus der Wirtschaft, staatlichen Institutionen, dem diplomatischen Korps und Fachorganisationen zusammen. Die Konferenz fand auf Russisch und Deutsch mit Simultanübersetzung statt. Im Mittelpunkt stand die Rolle Kasachstans in der regionalen Integration sowie neue Perspektiven für die internationale Zusammenarbeit. Weitere Diskussionsrunden widmeten sich der Digitalisierung der Industrie, der künstlichen Intelligenz und der Entwicklung internationaler Lieferketten.
Wirtschaft trifft Diplomatie
Die Eröffnungssession „Wirtschaft trifft Diplomatie“ brachte Vertreter des diplomatischen Korps und der Wirtschaft zusammen. Im Mittelpunkt stand das Zusammenspiel von Wirtschaft und Diplomatie als wichtige Voraussetzung für die Entwicklung internationaler Wirtschaftsbeziehungen. An der Session nahmen Aleška Simkić, Botschafterin der Europäischen Union in der Republik Kasachstan und Dr. Heike Renate Peitsch, Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland in der Republik Kasachstan teil. Moderiert wurde die Session von Eduard Kinsbruner, Delegierter der Deutschen Wirtschaft für Zentralasien und Mitglied des Aufsichtsrates des Verbandes der Deutschen Wirtschaft in der Republik Kasachstan.
Kasachstan im Zentrum der regionalen Integration: Neue Perspektiven für die internationale Zusammenarbeit
Die Plenarsitzung widmete sich dem Investitionspotenzial Kasachstans, der Rolle des Landes in der regionalen Integration und den Perspektiven der internationalen industriellen Zusammenarbeit. Die Teilnehmer besprachen die Entwicklung von Alatau City, die Verarbeitung von Rohstoffen und die Schaffung von Wertschöpfung im Land. Weitere Themen waren die Rahmenbedingungen für langfristige Investitionen, die Projektfinanzierung und der Ausbau von Partnerschaften zwischen internationalen und kasachischen Unternehmen.
Moderiert wurde die Sitzung von Michael Germershausen, CEO von Antal Kazakhstan, Regionaldirektor von Antal für Zentralasien, den Kaukasus und die Mongolei sowie Mitglied des Aufsichtsrates des Verbandes der Deutschen Wirtschaft in der Republik Kasachstan. An der Diskussion nahmen Alisher Abdykadyrov, CEO der Speziellen Verwaltungsorganisation Alatau City Authority, Michael Quiring, Partner und Niederlassungsleiter von RÖDL in Zentralasien, Ulf Schneider, Präsident und Gründer der SCHNEIDER GROUP, sowie Mikhail Dokov, CEO von Heidelberg Materials Kazakhstan teil.
Von der Digitalisierung zur Künstlichen Intelligenz: eine neue industrielle Revolution
Die erste Paneldiskussion widmete sich der Frage, wie digitale Technologien und künstliche Intelligenz die Industrie verändern und welche Möglichkeiten sich daraus für Unternehmen in Kasachstan ergeben. Die Teilnehmer erörterten den Einsatz neuer Technologien in Produktionsprozessen, die Bedeutung einer leistungsfähigen digitalen Infrastruktur und hochwertiger Daten sowie den Bedarf an Fachkräften mit modernen technologischen Kompetenzen.
Moderiert wurde die Diskussion von Kanat Sarsekeyev, CGEIT, Leiter der Technologieberatung in Zentralasien bei EY. An der Diskussion nahmen Dmitry Narochny, Direktor für Lokalisierung bei WILO Central Asia, Baglan Akhmetov, Vertriebsabteilungsleiter für die Bereiche Metall & Bergbau und Energie bei Siemens Kazakhstan, Prof. Dr. Wolrad Rommel, Präsident der Deutsch-Kasachischen Universität, sowie Zhaslan Aldongarov, Gründer von Robolabs teil.
Digital Supply Chains: digitale Lieferketten und die Logistik der Zukunft
Die zweite Paneldiskussion widmete sich der Digitalisierung der Logistik, der Entwicklung des Mittleren Korridors und der Steigerung der Effizienz internationaler Lieferketten. Die Diskussion umfasste die Perspektiven für den Ausbau von Transportkorridoren, den Einsatz digitaler Lösungen in der Logistik und die Stärkung der Verkehrsanbindung Zentralasiens an andere Märkte. Diese Themen sind von besonderer Bedeutung für die Entwicklung der regionalen Zusammenarbeit und die Effizienzsteigerung im internationalen Güterverkehr.
Moderiert wurde die Diskussion von Ainur Abdina, CEO von C. Spaarmann Kazakhstan und Vorsitzende des Aufsichtsrates des Verbandes der Deutschen Wirtschaft in der Republik Kasachstan. An der Paneldiskussion nahmen Irina Kuangaliyeva, Direktorin für globale Transporte bei Bertling Kazakh Logistics, Altynbek Akylbekov, Leiter des Bereichs „Mittlerer Korridor“ und der internationalen Beziehungen für Zentralasien bei DB Cargo Eurasia GmbH, Marat Idrissov, Direktor des Kasachischen Instituts für industrielle Entwicklung, sowie Dr. Alexandra Ogneva, Project Lead EECCA/Board Projects bei Rhenus Assets & Services GmbH & Co. KG teil.
Deutsch-kasachische Zusammenarbeit: Investitionen und neue Perspektiven
Die Handels- und Investitionsbeziehungen zwischen Kasachstan und Deutschland umfassen die Bereiche Industrie, Energie, Maschinenbau, Digitalisierung, Transport und Logistik. Vor dem Hintergrund des Ausbaus regionaler Transportkorridore und internationaler Lieferketten gewinnen Investitionen, die Lokalisierung der Produktion und der Technologietransfer zunehmend an Bedeutung.
Nach Angaben des Außenministeriums der Republik Kasachstan belief sich das Handelsvolumen zwischen Kasachstan und Deutschland im Jahr 2025 auf 4,4 Milliarden US-Dollar. Dies entspricht einem Anstieg von 9,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Bruttozufluss ausländischer Direktinvestitionen aus Deutschland nach Kasachstan belief sich im Zeitraum von 2005 bis einschließlich 2025 auf insgesamt 7,8 Milliarden US-Dollar, davon 576 Millionen US-Dollar im Jahr 2025. Quelle: Außenministerium der Republik Kasachstan, „Zusammenarbeit der Republik Kasachstan mit der Bundesrepublik Deutschland“.
Diese Zahlen unterstreichen die Bedeutung eines kontinuierlichen wirtschaftlichen Dialogs zwischen beiden Ländern. Investitionen, technologische Entwicklung und industrielle Zusammenarbeit waren wichtige Themen des Konferenzprogramms.
Geschäftlicher Austausch und neue Kontakte
Neben den thematischen Sessions konnten die Teilnehmer während der langen Kaffeepausen Erfahrungen austauschen, die an den Ständen präsentierten Lösungen kennenlernen und Perspektiven für gemeinsame Projekte besprechen. Im Anschluss an die Konferenz wurde das Programm mit dem traditionellen Oktoberfest im InterContinental Almaty fortgesetzt, das den Teilnehmern eine weitere Gelegenheit zum Austausch in informeller Atmosphäre bot.
Der VDW bedankt sich bei den Referenten, den Moderatoren, den Partnern sowie allen Teilnehmern für die inhaltlich wertvollen Diskussionen und ihren Beitrag zur Entwicklung der kasachisch-deutschen Wirtschaftsbeziehungen.
Unser besonderer Dank gilt den Veranstaltungssponsoren: Heidelberg Materials Kazakhstan, RÖDL, SCHNEIDER GROUP, WILO Central Asia, Bertling Kazakh Logistics, ILF Consulting Engineers und Air Astana.
Wir danken außerdem Bayer KAZ, SCHACHTBAU Kazakhstan, Siemens Kazakhstan, Knauf Gips Kaptschagaj, Business Solutions Partners und C. Spaarmann Kazakhstan, die ihre Unternehmen an den Ständen präsentierten.
Die Konferenz wurde vom Verband der Deutschen Wirtschaft in der Republik Kasachstan (VDW) organisiert und durchgeführt.
Über den VDW
Der Verband der Deutschen Wirtschaft in der Republik Kasachstan, kurz VDW, existiert seit 1994. In seiner aktuellen Form ging er 2012 aus dem Deutschen Wirtschaftsklub (DWK) hervor. Der VDW ist ein freiwilliger Zusammenschluss von deutschen Unternehmen und Organisationen, die aktive Geschäftsbeziehungen mit Kasachstan pflegen und größtenteils ständig in Kasachstan präsent sind. Heute zählt der Verband 135 Mitgliedsunternehmen und dient als Plattform für den geschäftlichen Dialog, den Erfahrungsaustausch und tritt als Interessenvertretung seiner Mitglieder bei kasachischen und deutschen Wirtschaftspartnern auf.
Der VDW arbeitet eng mit der Delegation der Deutschen Wirtschaft für Zentralasien zusammen, Die AHK Zentralasien ist die zentrale Anlaufstelle für deutsche KMU, die seit 1995 strukturierten Marktzugang und geprüfte Geschäftspartner in fünf zentralasiatischen Ländern suchen. Sie fungiert als offizielle Plattform für wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und fünf zentralasiatischen Ländern.

























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