Sitzung des Komitees "Steuern & Recht" | 03.06.2026

Dienstleistungsverträge und internationale Besteuerung: Welche Themen derzeit im Fokus der Wirtschaft stehen

Veränderungen in der Gesetzgebung sowie steigende Anforderungen an Compliance veranlassen Unternehmen dazu, etablierte Ansätze in der Personalpraxis und der Organisation internationaler Geschäftsaktivitäten regelmäßig zu überprüfen. Dies betrifft insbesondere Bereiche, in denen Arbeitsrecht, Steuerrecht und Fragen der Corporate Governance ineinandergreifen. Diese Themen standen im Mittelpunkt der jüngsten Sitzung des Komitees „Steuern & Recht“ des Verbands der Deutschen Wirtschaft in der Republik Kasachstan (VDW), die am 3. Juni 2026 in Almaty im Hybridformat stattfand und sowohl eine Teilnahme vor Ort als auch eine Online-Zuschaltung ermöglichte.

Die Sitzung wurde von Maria Nazarova, Co-Vorsitzende des Komitees „Steuern & Recht“ und Direktorin für Steuerfragen bei der SCHNEIDER GROUP, moderiert.

Ein zentrales Thema der Sitzung war der Einsatz von zivilrechtlichen Dienstleistungsverträgen (GPH-Verträgen). Der Fokus der Diskussion lag auf den bevorstehenden Gesetzesänderungen in der Republik Kasachstan, die ab 2026 in Kraft treten und sowohl die Regelung des Lohnfonds (FOT) als auch die Anwendung von GPH-Verträgen betreffen. Hierzu gehören insbesondere das Gesetz der Republik Kasachstan vom 7. April 2026 Nr. 277-VIII sowie das Gesetz der Republik Kasachstan vom 9. Januar 2026 Nr. 257-VIII. Diese Änderungen schaffen einen neuen regulatorischen Rahmen, in dem Unternehmen ihre bestehenden Ansätze zur Gestaltung arbeits- und zivilrechtlicher Vertragsverhältnisse überprüfen müssen.

Asel Rachmetkalieva, Direktorin für Rechtsfragen bei der SCHNEIDER GROUP, sowie Aijymgul Schumabekova, Leiterin der HR-Gruppe des Unternehmens, präsentierten einen praxisorientierten Überblick über die gesetzlichen Anforderungen und diskutierten zentrale Kriterien zur Risikominimierung bei der Nutzung von GPH-Verträgen. Besonderes Augenmerk lag dabei auf den Merkmalen, die zu einer Umqualifizierung zivilrechtlicher Vertragsverhältnisse in Arbeitsverhältnisse führen können, sowie auf Maßnahmen zur Sicherstellung der Compliance mit den geltenden Vorschriften.

Der zweite Teil der Sitzung war der internationalen Besteuerung im Kontext des Inkrafttretens des neuen Steuergesetzbuchs der Republik Kasachstan gewidmet. Nurbol Muzaparov, Senior Tax Consultant bei KONSU, stellte die wichtigsten Änderungen vor, die Auswirkungen auf Unternehmen mit internationalen Geschäftsaktivitäten haben können.

Ein wesentlicher Teil der Veranstaltung fand in Form einer offenen Diskussion statt. Die Teilnehmenden erörterten aktuelle Fragestellungen, tauschten praktische Erfahrungen aus und diskutierten mögliche Ansätze zur Anpassung von Geschäftsprozessen an die neuen regulatorischen Rahmenbedingungen. Die hohe Beteiligung unterstrich die Relevanz der behandelten Themen sowie den Bedarf an einem kontinuierlichen fachlichen Austausch zu Steuer- und Rechtsfragen.

Im Anschluss an die Sitzung wurden zudem Themen für die kommenden Treffen des Komitees definiert.

Союз германской экономики в
Республике Казахстан (VDW)