Middle Corridor, Digitalisierung und Zoll: worüber die Teilnehmer des VDW-Komitees diskutierten | 21.05.2026

Die Logistikbranche steht derzeit vor mehreren parallelen Entwicklungen: Internationale Transportwege verändern sich, digitale Instrumente für die Zusammenarbeit mit staatlichen Behörden werden weiter ausgebaut, und Unternehmen müssen sich zunehmend an neue regulatorische Anforderungen anpassen. Vor diesem Hintergrund gewinnen professionelle Plattformen an Bedeutung, auf denen Vertreter der Wirtschaft praxisrelevante Themen diskutieren und Erfahrungen austauschen können.

Am 21. Mai 2026 fand die nächste Sitzung des Komitees „Logistik & Zoll“ des Verbandes der Deutschen Wirtschaft in der Republik Kasachstan (VDW) statt. Die Veranstaltung wurde im hybriden Format durchgeführt und brachte rund 50 Teilnehmende zusammen – Vertreter von Unternehmen aus Industrie, Transport, Logistik, Handel sowie dem Bereich der Außenwirtschaft.

Die Moderation der Sitzung übernahm Ajnur Abdina, Co-Vorsitzende des Komitees „Logistik & Zoll“, Vorsitzende des Aufsichtsrats des VDW sowie CEO der ТОО „C. Spaarmann Kazakhstan“.

Zu Beginn stellte Ajnur Abdina einen Beitrag zur aktuellen Anwendung des Zollverfahrens „Zolllager“ vor. Im Mittelpunkt standen dabei praktische Aspekte der Nutzung dieses Verfahrens sowie Fragen im Zusammenhang mit der Entstehung steuerlicher Verpflichtungen bei Nichtansässigen. Die Teilnehmenden diskutierten bestehende Ansätze zur Organisation von Zolllagerprozessen und tauschten Erfahrungen zu praktischen Herausforderungen aus.

Das Thema der Digitalisierung von Zollprozessen wurde anschließend von Maira Zhantemirova, Leiterin der Abteilung für Zollabwicklung und Logistik bei der ТОО „KITA LOGISTICS“, aufgegriffen. Im Fokus standen die Möglichkeiten des Systems Keden sowie moderne Instrumente der digitalen Zollanmeldung in Kasachstan. Die Referentin stellte praxisnahe Beispiele für den Einsatz digitaler Lösungen vor und erläuterte deren Anwendung im operativen Geschäft der Unternehmen.

Ein weiterer Programmpunkt widmete sich der Entwicklung des Transkaspischen Internationalen Transportkorridors (Middle Corridor). Dastan Ayaganov, Generaldirektor der ТОО „KITA LOGISTICS“, präsentierte einen Überblick über aktuelle Entwicklungen des Korridors, seine Bedeutung für die regionale Logistik sowie die Chancen, die sich für Unternehmen im Kontext wachsender alternativer Transportwege zwischen Europa und Asien ergeben.

Ein wesentlicher Teil der Sitzung fand im Rahmen einer offenen Diskussion statt. Die Teilnehmenden tauschten sich über die Digitalisierung der Zollabwicklung, die Entwicklung der Logistikinfrastruktur sowie praktische Herausforderungen im internationalen Transport und in der Außenwirtschaft aus. Die Zusammensetzung der Teilnehmenden unterstrich das hohe Interesse der Wirtschaft an diesen Themen. Vertreten waren Führungskräfte und Fachspezialisten aus unterschiedlichen Branchen – von Produktionsunternehmen und Distributoren bis hin zu Logistikdienstleistern, Beratern und Infrastrukturunternehmen. Dieser Ansatz ermöglicht es, aktuelle Fragestellungen aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten und praktische Erfahrungen der Marktteilnehmer zu vergleichen.

Die Sitzung des Komitees hat erneut gezeigt, dass der professionelle Dialog zu Logistik- und Zollthemen stark nachgefragt ist. Die Diskussion konkreter Fälle sowie der Austausch praktischer Lösungen helfen Unternehmen dabei, sich besser in einem sich wandelnden Umfeld des internationalen Handels zurechtzufinden und wirksame Ansätze für operative Herausforderungen zu entwickeln.

Союз германской экономики в
Республике Казахстан (VDW)