27.01.2026: Заседание HR-комитета - Sitzung des HR-Komitees

HR als strategischer Faktor: Vom Recruiting zur Unternehmensentwicklung

 

Die Sitzung des HR-Komitees unter der Moderation von Michael Germershausen, Managing Director von Antal International (Eurasia), widmete sich der Frage, wie sich Personalgewinnung und -bindung im Jahr 2026 verändern. Bereits zu Beginn machte Germershausen deutlich: „Ein unklar definiertes Anforderungsprofil führt zwangsläufig zu Fehlentscheidungen. Wer nicht weiß, wen er sucht, wird niemanden finden, der langfristig passt.“

Im Fokus standen moderne Recruiting-Ansätze, bei denen nicht Lebensläufe, sondern Kompetenzen, Motivation und kulturelle Passung im Mittelpunkt stehen. Ein zentrales Fazit des Vortrags: „Die besten Kandidaten sind oft nicht aktiv auf Jobsuche – sie entscheiden sich für Unternehmen, die Werte, Entwicklung und Perspektiven bieten.“ Germershausen betonte zudem die Bedeutung strukturierter Auswahlprozesse: „Ein professionelles Interview ist kein Gespräch, sondern ein Instrument. Ohne Struktur entstehen subjektive Entscheidungen – und damit langfristige Risiken.“ Damit wurde deutlich: HR entwickelt sich zunehmend von einer administrativen Einheit zu einer strategischen Führungsfunktion.

Menschen, Motivation und Markttransformation: Trends 2025–2026

Vitaliy Denisov von Empatia LLP erläuterte die Verschiebung der Mitarbeitermotivation. Neben finanziellen Faktoren gewinnen immaterielle Werte wie Sinnhaftigkeit, Anerkennung und Flexibilität an Bedeutung. Seine zentrale These: „Mitarbeitende folgen heute nicht mehr den Unternehmen – Unternehmen müssen den Mitarbeitenden folgen.“ Dies führt zu einem Paradigmenwechsel in der Führungskultur, der auch die Attraktivität Kasachstans als Wirtschaftsstandort beeinflusst. Finanzielle Vergütung allein ist kein Bindungsinstrument mehr. Unternehmen, die Unternehmenskultur, Vertrauen und Sinnhaftigkeit nicht aktiv gestalten, verlieren zunehmend qualifizierte Fachkräfte. Besonders deutlich wurde seine Aussage zur Unternehmenskultur: „Geld kompensiert keine schlechte Führung. Und Gehalt ersetzt kein gesundes Arbeitsumfeld.

Assel Smagulova, Recruitment Product Head bei Smart Solutions, analysierte die strukturellen Herausforderungen des kasachischen Arbeitsmarkts. Ein spürbarer Fachkräftemangel in spezialisierten Bereichen wie IT, Engineering und Finance verschärft den Wettbewerb um Talente. Sie stellte klar: „Der Fachkräftemangel ist keine kurzfristige Erscheinung – er ist strukturell.“ Ein zentrales Thema ihres Vortrags war der Einsatz von KI im Recruiting: „Künstliche Intelligenz kann Prozesse beschleunigen, aber sie darf keine Entscheidungen ersetzen. Verantwortung bleibt immer beim Menschen.“ Soft Skills und Anpassungsfähigkeit gewinnen als Kriterien neben technischen Qualifikationen an Gewicht. Der künftige Erfolg hängt maßgeblich davon ab, wie Unternehmen den Mix aus Technologieeinsatz und menschlicher Einschätzung meistern.