In Almaty besuchte der Verband der Deutschen Wirtschaft in Kasachstan (VDW) im Rahmen eines Unternehmensbesuchs den Produktionsstandort von Bericap Kazakhstan. Für die Teilnehmenden handelte es sich nicht um einen protokollarischen Programmpunkt, sondern um eine Gelegenheit, Einblicke in die Praxis zu gewinnen: wie ein global agierendes Industrieunternehmen lokal verankert ist und welche technologischen Lösungen die moderne Verpackungsindustrie prägen.
Das Besuchsprogramm war in zwei parallele Programmlinien gegliedert. Die Teilnehmenden wurden in zwei Gruppen aufgeteilt: Während eine Gruppe mit der Produktionsbesichtigung begann, nahm die andere an der Unternehmenspräsentation teil. Im Anschluss wechselten die Gruppen, sodass alle Teilnehmenden beide Programmpunkte vollständig durchlaufen konnten.
Die Zusammensetzung der Delegation unterstrich das branchenübergreifende Interesse an dem Besuch. Vertreten waren Unternehmen aus Logistik, Luftfahrt, Beratung, Industrie, dem Finanzsektor sowie dem Bereich B2B‑Dienstleistungen. Unter anderem nahmen Vertreterinnen und Vertreter von Air Astana, Antal Kazakhstan, DEInternational Kasachstan, EMG KZ, IGK Credit Management Kazakhstan, International Travel Plus, KHS Eurasia, KITA Logistics, Quehenberger, Rhenus Intermodal Systems, RÖDL, Schenker Kazakhstan, Smart Solutions, VIKA Kazakhstan, KSB Kazakhstan, der Vertretung der Deutschen Wirtschaft in Zentralasien, Thomas Kurz Central Asia sowie Vossloh Fastening Systems Kazakhstan teil.
Die Bandbreite der teilnehmenden Unternehmen machte deutlich, dass das Thema Verpackungslösungen weit über eine einzelne Industrie hinaus relevant ist. Im Mittelpunkt stand die gesamte Wertschöpfungskette – von der Produktion über die Logistik bis hin zur Distribution.
Der Hauptsitz der Bericap‑Gruppe befindet sich in Münster (Deutschland). Heute betreibt das Unternehmen 31 Produktionsstandorte weltweit sowie mehrere Werke, die im Rahmen von Kooperationsmodellen in Nordamerika tätig sind. Im vergangenen Geschäftsjahr produzierte Bericap mehr als 104 Milliarden Kunststoffverschlüsse und ‑kappen.
Bericap wurde 1926 gegründet und begeht im Jahr 2026 sein 100‑jähriges Jubiläum. Die zentralen Feierlichkeiten sind in Berlin geplant, zusätzlich finden regionale Veranstaltungen in den jeweiligen Präsenzländern statt. Die Gruppe ist heute in einer Vielzahl von Industrien aktiv.
Die Produkte von Bericap kommen in zahlreichen Segmenten zum Einsatz, darunter Getränke, Molkereiprodukte, Pflanzenöle, Saucen, Agrochemie, Haushaltschemie sowie Pharmazie. Einzelne Lösungen werden unter anderem für die Verpackung von Produkten internationaler Marken wie Pepsi, Danone und Nestlé genutzt. Auf globaler Ebene finden Bericap‑Technologien zudem Anwendung in der chemischen Industrie und in industriellen Produktbereichen.
Bericap Kazakhstan ist dem Cluster Mittlerer Osten, Indien und Afrika zugeordnet und arbeitet eng mit dem Forschungs- und Entwicklungszentrum (R&D) in der Türkei zusammen.
Ein zentrales Thema des Besuchs war der vollständig integrierte Produktionszyklus innerhalb der Bericap‑Gruppe. Das Unternehmen entwickelt und fertigt die Spritzgusswerkzeuge – das zentrale Element der Verschlussproduktion – eigenständig.
Dabei wird betont, dass ein Verschluss ein hochkomplexes technisches Produkt darstellt, an das häufig höhere Anforderungen gestellt werden als an den Behälter selbst. Ein entscheidender Aspekt ist der Erstöffnungsnachweis: Spezielle konstruktive Elemente brechen beim ersten Öffnen und machen eine vorherige Nutzung der Verpackung eindeutig sichtbar. Dies ist eng mit Fragen der Produktsicherheit sowie dem Schutz vor unerlaubter Wiederbefüllung verbunden.
Bericap investiert kontinuierlich in Lösungen zur Fälschungssicherheit, darunter Prägungen, Laserkennzeichnungen, holografische Elemente sowie markenspezifische Sicherheitsmerkmale. Visuelle und konstruktive Elemente greifen hierbei ineinander und bilden ein ganzheitliches System zur Produktidentifikation.
Der Besuch bei Bericap Kazakhstan verdeutlichte, wie industrielle Unternehmensbesuche das Business‑Ökosystem rund um zentrale Themen wie Technologie, Produktionsqualität und internationale Kooperation zusammenbringen können. Für viele Teilnehmende bot sich die Möglichkeit, nicht nur das Endprodukt zu sehen, sondern auch die Entscheidungslogik und technischen Überlegungen hinter jedem einzelnen Verpackungselement nachzuvollziehen.
Die Rolle des VDW liegt dabei in der Schaffung eines Rahmens, in dem Unternehmen reale industrielle Prozesse erleben und den direkten Dialog mit der Wirtschaft führen können.















